Biegeringe richtig verwenden: Größen, Stärke und typische Fehler

Biegeringe richtig verwenden: Größen, Stärke und typische Fehler

Einleitung

Es gibt ein kleines Detail, das bei der Schmuckherstellung viel zu wenig Beachtung findet. Dabei ist genau dieses Detail der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Schmuckstücks. Dieses wichtige Verbindungselement nennt man Biegering. Es gibt auch andere Bezeichnungen wie Bindering, Spaltring, Jump Ring oder Verbindungsring. Bei mir hat sich jedoch der Begriff Biegering eingebrannt, deshalb werde ich ihn in diesem Artikel verwenden.

In meinen Anfangszeiten ist es mir regelmäßig passiert, dass meine Polymerton-Teile von den Ohrringen abgefallen sind oder sich Armbänder und Ketten plötzlich gelöst haben. Einmal hätte ich ein Armband fast verloren. Und das nur, weil ich zu Beginn noch nicht wusste, wie wichtig der richtige Umgang mit Biegeringen ist. Ich hatte keine Ahnung, welcher Durchmesser am besten passt und welche Stärke sinnvoll ist.

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Was sind Biegeringe und wie benutzt man sie?

Biegeringe sind kleine, meist runde Metallelemente mit einer kleinen Öffnung. Durch diese Öffnung können sie flexibel an andere Teile angebracht werden. Sie dienen dazu, zwei Elemente eines Schmuckstücks miteinander zu verbinden. Zum Beispiel zwischen einem Polymerton-Element und einem Ohrhaken, um daraus einen Ohrring herzustellen. Bei Ketten und Armbändern werden sie häufig verwendet, um den Verschluss mit der Kette zu verbinden.

Biegeringe werden immer seitlich geöffnet, um einen kleinen Durchgang für die Verbindungsteile zu schaffen, und anschließend wieder seitlich geschlossen. Achte darauf, sie nicht auseinanderzuziehen, da sie sich sonst verformen und so die Stabilität leidet.

Zum Öffnen von Biegeringen gibt es Ringöffner oder Binderingöffner. Diese sehen aus wie ein dicker Ring mit einer schmalen und einer breiteren Aussparung, in die der Biegering eingesetzt wird. Fun Fact: Ein solcher Ringöffner wird auch Ring-Butler genannt.

Ich persönlich bevorzuge zum Öffnen und Schließen zwei Zangen. Genauer gesagt zwei Zangen mit flachen Köpfen, weil ich so den Druck besser kontrollieren kann. 

Verwende auf keinen Fall Zangen mit Rillen (siehe unteres Bild), das habe ich am Anfang leider gemacht. Sie zerkratzen die Biegeringe und können bei vergoldeten Varianten die Beschichtung stellenweise abtragen.

Achte beim Schließen darauf, dass sich die beiden Enden des Biegerings exakt berühren. Es darf keine Lücke bleiben, durch die sich dein Schmuck später wieder lösen kann.

Hier gibt es ein Zangenset, welches einen Ringöffner beinhaltet.* Hier sind keine Flachzangen enthalten.

Zwei Flachzangen im Set findest du hier.*

Unterschied zwischen Durchmesser und Stärke

Der Durchmesser von Biegeringen bestimmt, wie viel Abstand zwischen zwei Schmuckteilen entsteht. Außerdem ist es wichtig zu wissen, wie weit die beiden Löcher der zu verbindenden Teile auseinanderliegen. Wenn ein Stück sein Loch beispielsweise 3 mm vom Rand entfernt hat, wird ein Biegering mit einem Durchmesser von 4 mm nicht ausreichen. Das solltest du vorab prüfen.

Ich habe das am Anfang leider nicht getan. Dadurch waren meine Ohrhaken viel zu nah am Polymerton-Stück, sodass keine Bewegung mehr möglich war. Die Ohrringe wirkten dadurch sehr starr und unnatürlich.

Die Stärke hingegen beschreibt, wie dick das Metall des Biegerings ist. Hierbei musst du wissen, wie groß das Loch ist, durch das der Biegering geführt wird. Bei filigranen Anhängern ist das Loch oft bis zu 1 mm breit. Damit sich der Biegering darin frei bewegen kann, sollte er höchstens eine Stärke von etwa 0,8 mm haben. Die Stärke bestimmt auch darüber, wie viel Zugkraft ein Biegering aushält. Je dünner ein Ring ist, desto weniger Zug darf darauf kommen.

Welche Größer für welche Schmuckstücke?

Für mich hat es sich bei Polymerton-Ohrringen bewährt, Biegeringe mit einem Durchmesser von 5 mm und einer Stärke von 0,7 mm zu verwenden. Natürlich hängt das immer von der Dicke der Stücke und vom Abstand des Lochs zum Rand ab. Je nach Form passen auch Biegeringe mit 4 mm oder 6 mm Durchmesser bei gleicher Stärke von 0,7 mm. Alles darüber oder darunter funktioniert meist nur in Ausnahmefällen.

Bei Armbändern und Ketten schaue ich mir zuerst die Kette selbst an. Die Biegeringe sollten optisch nicht größer sein als die Kettenglieder, sonst wirkt das Gesamtbild schnell unruhig. Gleichzeitig muss die Stärke hoch genug sein, damit der Biegering nicht sofort aufspringt, wenn man mit dem Armband oder der Kette irgendwo hängen bleibt.

Für filigrane Ketten verwende ich daher gerne Biegeringe mit einem Durchmesser von 4 mm und einer Stärke von 0,8 bis 1 mm. Auf der gegenüberliegenden Seite der Kette wird ebenfalls ein Biegering benötigt, in den der Verschluss eingehakt wird. Dieser sollte groß genug sein, damit der Verschluss leicht hineinpasst. Ist er zu klein, ärgert man sich jedes Mal beim Anlegen. Hier nutze ich meist einen Durchmesser von 5 oder 6 mm, je nach Größe der Kette und des Verschlusses, bei einer Stärke von 0,8 bis 1 mm.

Bei Schlüsselanhängern darf es deutlich stabiler sein. Hier empfehle ich einen Durchmesser von etwa 10 mm und eine Stärke von mindestens 0,8 mm, damit auch stärkere Zugbelastungen problemlos ausgehalten werden.

Hier findest du Vergoldete Edelstahl Biegeringe mit einem Durchmesser von 6 mm und einer Stärke von 0,8 mm.*

Und hier gibt es silberfarbene Edelstahl Biegeringe mit einem Durchmesser von 6 mm und einer Stärke von 0,7 mm.*

Fazit

Wer zum ersten Mal mit Biegeringen arbeitet, muss zunächst das richtige Feingefühl für das Öffnen und Schließen entwickeln. Besorge dir am Anfang am besten günstige Biegeringe, mit denen du in Ruhe üben kannst.

Ich hatte zu Beginn mit diesem Biegering Set* gearbeitet. Dieses eignet sich aber nur für den Hobbygebrauch und zum Üben, da die Ringe schwarz anlaufen.

Zusammenfassend solltest du auf folgende Punkte achten:

  • Nutze einen Ringöffner oder zwei Flachzangen zum Öffnen und Schließen.
  • Verwende keine geriffelten Zangen.
  • Öffne Biegeringe immer seitlich und ziehe sie nicht auseinander.
  • Beim Schließen darf keine Lücke zwischen den Enden bleiben.
  • Der Durchmesser bestimmt den Abstand zwischen zwei verbundenen Schmuckteilen.
  • Die Stärke beschreibt die Dicke des Biegerings.
  • Für Ohrringe eignen sich meist Biegeringe mit 4 bis 6 mm Durchmesser und 0,7 mm Stärke.
  • Bei Armbändern und Ketten hängt der Durchmesser von der Kette ab. Die Stärke sollte hier mindestens 0,8 mm betragen.

Und jetzt bist du dran. Mach’s dir selbst.
Deine Crisy

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