Ist Edelstahl wirklich rostfrei?
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Einleitung
Ich teste Edelstahl in Salzwasser, um herauszufinden, ob er wirklich hält, was er verspricht.

Für mich ist das ein muss, da ich keinen Schmuck verkaufen möchte, der sich nach kurzer Zeit verändert oder rostet. Deshalb prüfe ich meine Materialien selbst.
Mit diesem einfachen Test kann ich schnell erkennen, welche Materialien zuverlässig sind und welche ich direkt wieder aussortieren sollte.
Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl
Edelstahl ist ein Metall, das aus verschiedenen Metallen zusammengesetzt wird, um korrosionsbeständige und möglichst hautverträgliche Eigenschaften zu erreichen. Je nach Zusammensetzung verändern sich diese Eigenschaften, weshalb Edelstahl nicht gleich Edelstahl ist.
Grundsätzlich besteht Edelstahl aus Eisen, das mit weiteren Metallen gemischt wird. Der weitverbreitete Irrglaube, dass Edelstahl niemals rostet, ist daher nicht ganz richtig. Je nach Zusammensetzung kann auch Edelstahl unter bestimmten Bedingungen korrodieren, vor allem wenn die schützende Oberfläche beschädigt wird.
Eine wichtige Rolle spielt bei der Korrosionsbeständigkeit Chrom. Es sorgt dafür, dass sich auf der Oberfläche eine dünne Schutzschicht bildet, die sogenannte Passivschicht. Diese schützt das Material vor äußeren Einflüssen und ist der Grund, warum Edelstahl als rostbeständig gilt.

Wie bei vielen Metallen gibt es auch bei Edelstahl verschiedene Legierungen mit unterschiedlichen Bezeichnungen. Im Schmuckbereich begegnet man häufig den Kennzeichnungen 304 und 316.
Edelstahl 316 enthält zusätzlich Molybdän. Dieses Element verbessert die Korrosionsbeständigkeit deutlich, besonders gegenüber Feuchtigkeit und salzhaltiger Umgebung. Deshalb wird 316 oft als hochwertiger angesehen und zum Beispiel im Schmuckbereich oder in der Medizintechnik verwendet.
Auch Nickel ist ein Bestandteil vieler Edelstähle. Deshalb können allergische Reaktionen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Je nach Legierung ist der Nickelanteil jedoch so gering und die Schutzschicht so stabil, dass Edelstahl für viele Menschen gut verträglich ist. Trotzdem sollte neues Material immer getestet werden.
Mein Test: Edelstahl im Alltag und Salzwasser
Ich verwende Edelstahl, weil er von vielen Menschen gut vertragen wird und meine Schmuckstücke möglichst beständig bleiben und nicht rosten sollen.
Ich könnte dafür auch Edelmetalle wie Silber oder Gold verwenden. Dann würde ich mich jedoch nicht mehr im Modeschmuck-Segment bewegen. Mir ist es wichtig, dass meine handgefertigten Schmuckstücke für möglichst viele Menschen zugänglich bleiben. Das erreiche ich vor allem über einen angemessenen Preis.
Andere Metalle wie Messing oder Eisen sind mir persönlich zu unbeständig. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Schmuckstücke oder sogar die Haut verfärben, ist hier deutlich höher.
Damit ich sicher sein kann, dass meine Edelstahl-Materialien wirklich halten, was sie versprechen, teste ich sie selbst. Viele meiner Schmuckstücke trage ich im Alltag und gehe damit sogar schwimmen oder creme mich ein, obwohl man das eigentlich vermeiden sollte.
Zusätzlich führe ich gezielte Tests durch, zum Beispiel mit Salzwasser. Diesen Test erkläre ich im nächsten Abschnitt.
Versuchsaufbau und Durchführung
Der Salzwasser-Test ist sehr simpel und kann von jedem zu Hause durchgeführt werden. Alles, was du dafür brauchst, sind Salz und Wasser.

Für den Test verwende ich kleine Schälchen, in die ich meine Materialien lege. Vorher raue ich die Oberfläche leicht mit einem Schleifschwamm an. Damit simuliere ich Gebrauchsspuren und prüfe auch Materialien, die zusätzlich vergoldet oder versilbert sind. Durch das Anrauen wird die obere Schicht teilweise entfernt, sodass ich sehen kann, wie sich das Material darunter verhält.

Anschließend mische ich etwa einen halben Teelöffel Salz mit 100 ml warmem bis heißem Wasser. Durch die höhere Temperatur löst sich das Salz besser auf.
Dann stelle ich das Schälchen beiseite und lasse es einige Tage stehen. Spätestens nach einer Woche schaue ich mir das Ergebnis an.

In manchen Fällen erkennt man bereits im Wasser rostrote Verfärbungen. Bei anderen Materialien bleibt das Wasser klar.
Um sicherzugehen, tupfe ich die Materialien anschließend ab und streife sie über ein Papiertuch. Wenn keine Verfärbungen zu sehen sind, kann ich das Material weiterverwenden.

Bleiben Rückstände zurück, sortiere ich es aus.

Durch diesen Test habe ich schon einige Materialien aussortiert und kann so sicherer entscheiden, welche ich für meinen Schmuck verwende und nicht erst bei meinen Kunden.
Fazit
Dieser Test ersetzt keine Labormessung, gibt mir aber schnell ein Gefühl für die Qualität meiner Materialien.
Ich kann schlechte Materialien früh erkennen, aussortieren und mein Geld zurückholen, bevor daraus Schmuck entsteht.
Und wenn ein Material den Test besteht, habe ich ein deutlich besseres Gefühl dabei, es zu verarbeiten und zu verkaufen.
Hier siehst du den Test nochmal im Video:
Und jetzt bist du dran. Mach’s dir selbst.
Deine Crisy